HÜBNER-Geschäftsführer Helge Förster beim Deutschen Verkehrsforum

Berlin. Europa als Produktions- und Technologiestandort stärken, Arbeitsplätze in der EU sichern und starke Local Content-Anforderungen auch in Deutschland und Europa durchsetzen: HÜBNER-Geschäftsführer Helge Förster, Verantwortlicher für den Bereich Mobility, forderte bei einer aktuellen Panel-Diskussion des Deutschen Verkehrsforums in Berlin zum Thema „Quo vadis Globalisierung: Was bringt 2021 für den Welthandel? Und was heißt das für die internationalen Lieferketten und den Verkehrssektor?“ die europäische Politik auf, die hiesige Bahnindustrie im weltweiten Wettbewerb zu unterstützen.

HÜBNER-Geschäftsführer Helge Förster bei der digitalen Panel-Diskussion des Deutschen Verkehrsforums (Bild © DVF)

„Um die industrielle Wertschöpfung in Deutschland und Europa zu halten und weiterhin einen leistungsfähigen öffentlichen Verkehr anbieten zu können, sind entsprechende Infrastrukturen und Produktionsstätten vor Ort notwendig. Damit uns das gelingt, müssen wir dringend stärkere Anforderungen an Local Content in den hiesigen Ausschreibungen formulieren – wie es andere Länder bereits machen. Nur so können wir verhindern, dass industrielles Know-how und Arbeitsplätze aus Deutschland und Europa abfließen“, betonte Förster in der Diskussion in Berlin unter anderem mit Anna Cavazzini, Mitglied des Europäischen Parlaments und Vorsitzende des Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz, Rupert Schlegelmilch, Direktor der Generaldirektion Handel der EU-Kommission, Dr. Michael Haidinger, President Boeing Deutschland, Dr. Arnt Vespermann, Sprecher der Geschäftsführung der Reederei Hamburg-Süd, und Dr. Kurt-Christian Scheel, Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie VDA.

„Made in Europe“-Regeln und EU-Mindestwertschöpfung notwendig

Der HÜBNER-Geschäftsführer warnte in der Diskussion um Globalisierung und internationale Lieferketten im Verkehrssektor vor dem zunehmenden Protektionismus außerhalb der EU, der sich in hohen Lokalisierungsanfor-derungen äußere. So seien lediglich zwei Drittel des weltweiten Eisenbahn-marktes für die europäische Eisenbahnzulieferindustrie zugänglich – während zugleich der europäische Binnenmarkt auch für subventionierte Staatskonzerne aus anderen Ländern uneingeschränkt offen steht. „Nicht-EU-Unternehmen können Projekte in Europa gewinnen und dabei mit Produkten ins Rennen gehen, die fast komplett außerhalb der EU hergestellt werden“, beschrieb Förster die aktuelle Situation. Eine weitere Schwächung des Produktionsstandorts Europa sowie negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt innerhalb der Union seien so im Grunde unausweichlich.

„Um Unternehmensschließungen, Standortverlagerungen und Arbeitsplatzverluste zu verhindern, brauchen wir ein klares politisches Bekenntnis aus Brüssel – für multilaterale Freihandelsabkommen und eine europäische Handelspolitik, deren Eckpfeiler Offenheit, Durchsetzungsfähigkeit und Nachhaltigkeit sind“, bekräftigte der HÜBNER-Geschäftsführer seine Forderung an die Politik, EU-Mindestwertschöpfungsregeln einzuführen und „Made in Europe“-Regel auch für europäische Projekte kraftvoll zu unterstützen.

Die vollständige Panel-Diskussion auf YouTube ansehen.